Wachsen
Viele Kinder wachsen in der Pubertät schneller. Arme, Beine, Füße oder Hände können sich plötzlich ungewohnt anfühlen.
Was passiert im Körper? Woran kann man merken, dass die erste Periode bald kommt? Und wie benutzt man Binden, Tampons, Menstruationstassen oder Periodenunterwäsche? Hier kannst du alles in Ruhe entdecken.
Pubertät ist die Zeit, in der sich der Körper vom Kind zum Jugendlichen entwickelt. Das passiert nicht bei allen gleich schnell. Manche Veränderungen sieht man außen, andere passieren im Körper. Beides ist normal.
Viele Kinder wachsen in der Pubertät schneller. Arme, Beine, Füße oder Hände können sich plötzlich ungewohnt anfühlen.
Hormone sind Botenstoffe im Körper. Sie lösen viele Veränderungen aus und können auch Gefühle beeinflussen.
Bei manchen beginnt die Pubertät früher, bei anderen später. Auch die Reihenfolge der Veränderungen kann verschieden sein.
In der Pubertät verändert sich der Körper Schritt für Schritt. Nicht alle Veränderungen passieren bei allen Menschen gleich.
Nicht nur der Körper verändert sich. Auch Gefühle können stärker oder wechselhafter sein als früher.
Wenn sich der Körper verändert, verändert sich oft auch die Pflege. Es geht nicht um Perfektion, sondern darum, sich wohlzufühlen.
Regelmäßiges Waschen hilft gegen Schweißgeruch. Im Intimbereich reicht meist klares Wasser.
Frische Unterwäsche und frische Kleidung können helfen, wenn man stärker schwitzt.
Pickel sind häufig. Sanfte Pflege ist besser als starkes Rubbeln. Bei starken Problemen kann eine Arztpraxis helfen.
Unterschiede sind normal.
Körper entwickeln sich verschieden schnell.
Fragen sind erlaubt.
Niemand muss mit Unsicherheit allein bleiben.
Respekt ist wichtig.
Über Körper wird nicht gelacht.
Kein Körper sieht genau aus wie ein anderer. Manche Menschen sind groß, andere klein. Manche sind schmal, andere kräftiger. Manche haben helle Haut, andere dunklere Haut. Manche tragen eine Brille, haben Narben, Muttermale oder eine Behinderung. Diese Unterschiede gehören zum Menschsein dazu.
Körper wachsen unterschiedlich. Auch Gewicht, Muskeln, Schultern, Hüften oder Füße können sehr verschieden sein.
Hautfarben, Haarfarben, Locken, Sommersprossen, Narben oder Muttermale machen Menschen unterschiedlich.
Über Körper wird nicht gelacht. Niemand sucht sich aus, wie schnell der Körper wächst oder wie er aussieht.
In der Pubertät werden Unterschiede oft deutlicher. Das kann verunsichern, ist aber meistens normal.
In Werbung, Filmen und sozialen Medien sieht man oft nur bestimmte Körper. Viele Bilder sind bearbeitet oder besonders ausgewählt. Das kann den Eindruck machen, ein Körper müsse perfekt aussehen. Das stimmt nicht.
Worte können stärken oder verletzen. Deshalb ist es wichtig, respektvoll über Körper zu sprechen.
Körper sind verschieden.
Unterschiede sind normal und gehören zum Leben dazu.
Respekt schützt.
Gemeine Kommentare über Körper sind nicht in Ordnung.
Sorgen darf man ansprechen.
Bei Unsicherheit hilft eine vertraute erwachsene Person.
Menstruation, Periode, Regel oder Monatsblutung sind verschiedene Wörter für denselben Vorgang. Der Körper baut in der Gebärmutter regelmäßig eine weiche Schleimhaut auf. Wenn keine Schwangerschaft entsteht, wird ein Teil dieser Schleimhaut zusammen mit Blut durch die Scheide ausgeschieden.
Es sieht oft nach mehr aus, als es ist. Die Blutung kann an manchen Tagen stärker und an anderen schwächer sein.
Eine Periode dauert häufig ungefähr 3 bis 7 Tage. Besonders am Anfang kann sie unregelmäßig sein.
Das Blut kann hellrot, dunkelrot oder bräunlich aussehen. Gerade am Anfang oder Ende ist Braun häufig normal.
Ein Zyklus beginnt am ersten Blutungstag und endet am Tag vor der nächsten Blutung. Der oft genannte 28-Tage-Zyklus ist nur ein Beispiel. Zyklen können kürzer, länger und gerade in den ersten Jahren unregelmäßig sein.
Die Gebärmutterschleimhaut wird nicht mehr gebraucht und verlässt den Körper zusammen mit Blut durch die Scheide.
Das kann man merken: Blutung, Ziehen im Bauch, Müdigkeit – oder fast gar nichts.
Den genauen Tag kann niemand sicher vorhersagen. Es gibt aber Zeichen dafür, dass die Pubertät begonnen hat. Die erste Periode kommt bei vielen Mädchen zwischen etwa 11 und 15 Jahren, manchmal früher oder später.
Es gibt kein „bestes“ Produkt für alle. Entscheidend ist, was sich sicher, angenehm und passend anfühlt. Für den Anfang wählen viele eine Binde oder Periodenunterwäsche, weil nichts in die Scheide eingeführt werden muss.
Eine Binde wird mit der Klebeseite in die Unterhose geklebt. Sie fängt das Blut außerhalb des Körpers auf.
| Produkt | Wo sitzt es? | Gut für den Einstieg? | Wichtig |
|---|---|---|---|
| Binde | In der Unterhose | Oft ja | Regelmäßig wechseln; nicht in die Toilette werfen. |
| Periodenunterwäsche | Wie normale Unterwäsche | Oft ja | Nach Herstellerangaben waschen; Wechselwäsche mitnehmen. |
| Tampon | In der Scheide | Nur, wenn es sich gut anfühlt | Kleinste passende Saugstärke wählen; regelmäßig wechseln; nie länger als 8 Stunden tragen. |
| Menstruationstasse | In der Scheide | Eher mit Übung | Passende Größe, saubere Hände, korrektes Einsetzen und Reinigen sind wichtig. |
| Slipeinlage | In der Unterhose | Für Ausfluss oder sehr leichte Tage | Für eine stärkere Blutung meist nicht saugfähig genug. |
Eine vertraute Lehrkraft oder das Sekretariat ansprechen. Viele Schulen haben Binden vorrätig.
Jacke oder Pulli um die Hüfte binden, Ersatzkleidung holen und den Fleck möglichst mit kaltem Wasser ausspülen.
Eine Binde eignet sich im Wasser nicht. Tampon, Tasse oder spezielle Perioden-Badebekleidung können möglich sein.
Lange Nachtbinde, Periodenunterwäsche oder ein geeignetes inneres Produkt nutzen. Ein dunkles Handtuch kann Sicherheit geben.
Verhütung bedeutet: Menschen möchten verhindern, dass eine Schwangerschaft entsteht. In der 4. Klasse geht es dabei nicht um eigene Erfahrungen oder um eine Anleitung. Es geht darum, wichtige Begriffe zu verstehen und zu wissen: Solche Entscheidungen gehören später zu Verantwortung, gegenseitigem Respekt und guter Beratung.
Verhütung hat zwei wichtige Seiten. Einerseits kann sie vor einer ungewollten Schwangerschaft schützen. Andererseits geht es auch um Gesundheit, denn manche Krankheiten können beim Sex übertragen werden. Deshalb ist es wichtig, sachlich darüber sprechen zu können.
Es gibt verschiedene Verhütungsmethoden. Sie wirken unterschiedlich und passen nicht für alle Menschen gleich gut. Die Karten erklären die Grundidee. Sie ersetzen keine Beratung durch Ärztinnen, Ärzte oder Beratungsstellen.
Ein Kondom ist eine dünne Hülle. Es bildet eine Barriere und kann verhindern, dass Samenzellen in den Körper einer anderen Person gelangen.
Das Kondom ist besonders wichtig, weil es auch vor vielen sexuell übertragbaren Infektionen schützen kann.
Die Pille ist ein Medikament mit Hormonen. Hormone sind Botenstoffe im Körper. Die Pille kann bestimmte Abläufe im Zyklus beeinflussen.
Sie wird von Ärztinnen oder Ärzten verschrieben. Sie schützt nicht vor sexuell übertragbaren Infektionen.
Eine Spirale ist ein kleines medizinisches Hilfsmittel. Sie wird von einer Ärztin oder einem Arzt in die Gebärmutter eingesetzt.
Es gibt Kupfer- und Hormonspiralen. Beide schützen nicht vor sexuell übertragbaren Infektionen.
Diese Methoden geben Hormone auf unterschiedliche Weise ab. Manche wirken nur kurze Zeit, andere länger.
Auch diese Methoden brauchen Beratung. Sie schützen nicht vor sexuell übertragbaren Infektionen.
Manche Erwachsene beobachten ihren Zyklus sehr genau. Dabei achten sie auf Körperzeichen und fruchtbare Tage.
Das ist nicht einfach. Besonders in der Pubertät ist der Zyklus oft unregelmäßig. Rechnen allein ist kein sicherer Schutz.
„Aufpassen“ oder „wird schon gutgehen“ ist keine verlässliche Verhütung.
Verantwortung bedeutet: vorher nachdenken, Fragen klären, Grenzen achten und Hilfe holen, wenn man unsicher ist.
Zu Sexualkunde gehört auch: Der eigene Körper gehört einem selbst. Niemand darf zu Nähe, Berührungen oder Gesprächen gedrängt werden.
Einverständnis bedeutet, dass alle Beteiligten freiwillig Ja sagen. Ein Nein muss respektiert werden. Auch ein unsicheres Gefühl ist wichtig. Dann darf man Abstand nehmen und Hilfe holen.
Ein Nein gilt. Man muss es nicht lange begründen.
Fragen zu Körper und Gesundheit sind erlaubt. Gute Antworten geben vertraute Erwachsene oder Fachleute.
Niemand wird wegen Körper, Entwicklung, Familie oder Fragen ausgelacht.
Infektionen entstehen durch Krankheitserreger wie Viren oder Bakterien. Manche Erreger können später beim Sex übertragen werden. Man nennt sie sexuell übertragbare Infektionen.
Wichtig ist: Solche Infektionen bekommt man nicht durch Spielen, Umarmen, Händeschütteln, gemeinsames Essen oder nebeneinander Sitzen. Im normalen Schulalltag besteht dadurch keine Gefahr.
HIV ist ein Virus. Ohne Behandlung kann es das Abwehrsystem schwächen. Heute gibt es wirksame Medikamente.
HPV ist eine Gruppe von Viren. Einige HPV-Typen können später Krankheiten auslösen.
Chlamydien sind Bakterien. Eine Infektion kann unbemerkt bleiben.
Herpes wird durch Viren ausgelöst. Manchmal entstehen Bläschen oder wunde Stellen.
Diese Infektionen werden durch Bakterien ausgelöst und brauchen medizinische Behandlung.
Hepatitis B ist eine Virusinfektion, die die Leber betreffen kann.
Verhütung ist Schutzwissen.
Es hilft Menschen, später verantwortungsvoll zu handeln.
Schutz bedeutet mehr als eine Methode.
Es geht auch um Gesundheit, Grenzen und Respekt.
Beratung ist wichtig.
Viele Fragen gehören zu Ärztinnen, Ärzten oder Beratungsstellen.
Eine Schwangerschaft kann entstehen, wenn eine Samenzelle und eine Eizelle zusammenkommen. Das nennt man Befruchtung. Die befruchtete Eizelle wandert dann zur Gebärmutter. Wenn sie sich dort einnistet, beginnt eine Schwangerschaft.
In den Eierstöcken können ab der Pubertät Eizellen heranreifen. Beim Eisprung wird eine Eizelle freigegeben.
Samenzellen entstehen im männlichen Körper. Eine Samenzelle kann eine Eizelle befruchten.
Die Gebärmutter ist der Ort, in dem ein Baby während einer Schwangerschaft wachsen kann.
Am Anfang ist der Embryo winzig klein. Danach wächst er viele Wochen lang. Nach und nach entwickeln sich Körperteile und Organe. Später spricht man vom Fötus. Während der ganzen Zeit wird das ungeborene Kind im Körper der Schwangeren versorgt.
Während der Schwangerschaft versorgt der Körper der Schwangeren das ungeborene Kind. Dabei helfen die Plazenta, die Nabelschnur und das Fruchtwasser.
Bei der Geburt kommt das Baby aus dem Körper der Mutter zur Welt. Der Körper arbeitet dabei stark. Die Gebärmutter zieht sich immer wieder zusammen. Diese Bewegungen heißen Wehen.
Wehen helfen, das Baby Richtung Ausgang zu schieben. Sie kommen in Abständen.
Hebammen, Ärztinnen und Ärzte begleiten die Geburt und achten auf Mutter und Kind.
Viele Babys kommen durch die Scheide zur Welt. Manchmal ist ein Kaiserschnitt nötig.
Neues Leben beginnt sehr klein.
Aus einer befruchteten Eizelle kann sich ein Baby entwickeln.
Schwangerschaft braucht Versorgung.
Der Körper der Schwangeren leistet in dieser Zeit sehr viel.
Fragen sind erlaubt.
Über Schwangerschaft und Geburt darf man sachlich sprechen.
Hier stehen echte Fragen aus dem anonymen Briefkasten. Die Fragen bleiben sichtbar. Klicke auf eine Frage, um die Antwort aufzuklappen. Keine Frage ist peinlich: Wer fragt, möchte etwas verstehen.
Hier geht es darum, warum sich der Körper verändert und was der "Weißfluss" ist.
Der Körper braucht Zeit, um zu wachsen und zu lernen. Die Kindheit ist dafür da, die Welt zu verstehen, zu spielen und das Gehirn zu entwickeln. Wenn wir älter werden (meistens ab etwa 10 bis 12 Jahren), startet die Pubertät. Das ist wie ein großes Umbauprojekt im Körper, gesteuert von Botenstoffen (Hormonen). Der Körper bereitet sich langsam darauf vor, irgendwann selbst einmal Kinder bekommen zu können. Das geht nicht von heute auf morgen, sondern dauert viele Jahre.
Das liegt an der Fortpflanzung. Damit ein neues Leben entstehen kann, braucht es zwei verschiedene Teile: Jungen haben außen einen Penis und Hoden, in denen später Samenzellen (Spermien) wachsen. Mädchen haben eine Scheide (Vagina) und innen eine Gebärmutter, in der ein Baby heranwachsen kann. Weil die Aufgaben bei der Entstehung eines Kindes unterschiedlich sind, sind auch die Körper unterschiedlich gebaut.
Der Penis besteht aus der Peniswurzel (die im Körper festsitzt), dem Penisschaft und vorne der Eichel, die von einer schützenden Vorhaut bedeckt ist. Im Penis gibt es keine Knochen, sondern ein sogenanntes Schwellkörpergewebe. Wenn ein Junge aufgeregt ist, sich freut oder manchmal einfach so (zum Beispiel morgens nach dem Aufwachen), füllt sich dieses Gewebe mit Blut. Dann wird der Penis steif und stellt sich auf. Das ist völlig normal. Außerdem führt eine kleine Röhre (die Harnröhre) durch den Penis, durch die Pipi (Urin) und später auch das Sperma den Körper verlassen können – aber nie beides gleichzeitig!
Der Weißfluss ist eine meist weißliche oder durchsichtige Flüssigkeit, die aus der Scheide von Mädchen kommt. Er ist ein normales Zeichen! Er zeigt, dass die Scheide sich selbst sauber und feucht hält und dass die Hormone im Körper anfangen zu arbeiten. Meistens ist der Weißfluss ein Zeichen dafür, dass in den nächsten Monaten oder Jahren die erste Periode einsetzen wird. Er tut nicht weh und ist ganz normal.
Das größte Themenpaket. Die Fragen zeigen, dass viele Mädchen Angst vor Schmerzen oder dem "Verlieren" von Hygieneartikeln haben.
In den Eierstöcken eines Mädchens reift ab der Pubertät etwa einmal im Monat eine winzige Eizelle heran. Gleichzeitig baut die Gebärmutter an ihrer Innenwand ein kuscheliges "Nest" aus einer dicken, weichen Schleimhaut und feinen Blutgefäßen auf. Falls die Eizelle von einer Samenzelle befruchtet wird, kann sich dort ein Baby einnisten. Wenn kein Baby entsteht, wird dieses weiche Nest nicht gebraucht. Die Gebärmutter stößt die Schleimhaut und etwas Blut wieder aus. Das fließt durch die Scheide nach draußen. Das nennt man Periode oder Menstruation.
Das Wort verrät es eigentlich schon: Es ist das Organ (die "Mutter" des Raumes), in dem das Baby (das "Geborene") während der Schwangerschaft wohnt, beschützt wird und wächst. Es ist wie eine gemütliche Höhle im Bauch der Frau.
Oft kündigt sich die erste Periode durch den Weißfluss an. Kurz vor den Tagen merken viele Mädchen und Frauen, dass sich ihre Brüste etwas fester anfühlen, sie vielleicht leichte Bauchschmerzen bekommen oder sich ihre Laune verändert. Beim allerersten Mal merkt man es meistens durch einen kleinen roten oder bräunlichen Fleck in der Unterhose.
Um die alte Schleimhaut abzustoßen, muss sich der Muskel der Gebärmutter immer wieder leicht zusammenziehen und wieder lockerlassen. Das kann sich wie ein Ziehen oder Drücken im Bauch anfühlen (Regelschmerzen). Weil in dieser Zeit die Hormone (die Botenstoffe im Blut) Achterbahn fahren, reagiert auch das Gehirn darauf: Manchmal ist man dann schneller traurig, wütend oder einfach müde. Das nennt man Stimmungsschwankungen. Wärme (wie eine Wärmflasche) hilft oft gegen die Schmerzen!
Ja, das ist völlig normal! Das Blut der Periode ist kein reines Blut wie aus einer Wunde am Knie. Es ist eine Mischung aus Blut und der abgestoßenen Schleimhaut der Gebärmutter. Deshalb ist es manchmal etwas dickflüssiger, klumpig oder schleimig.
Ja, besonders am Anfang! Wenn ein Mädchen seine Periode zum ersten Mal bekommt, muss sich der Körper erst einspielen. Es kann sein, dass die Periode dann monatelang ausbleibt. Auch großer Stress, viel Sport, Krankheiten oder starkes Untergewicht können dazu führen, dass die Periode für längere Zeit aussetzt, ohne dass man schwanger ist.
Die Periode begleitet Frauen für viele Jahre. Sie hört erst auf, wenn Frauen älter werden – meistens zwischen 45 und 55 Jahren. Diese Zeit nennt man "Wechseljahre". Danach kann eine Frau keine Kinder mehr bekommen.
Das ist eine Besonderheit der Natur. Fast alle Säugetiere bauen auch eine Schleimhaut in der Gebärmutter auf. Aber die meisten Tiere können diese Schleimhaut einfach wieder im Körper abbauen und einsaugen, wenn sie nicht gebraucht wird. Nur Menschen (und einige Affen- und Fledermausarten) haben eine so dicke Schleimhaut aufgebaut, dass der Körper sie nicht einfach wieder aufsaugen kann. Sie muss aktiv nach draußen ausgespült werden.
Hier müssen wir den Kindern die Angst nehmen: Nichts kann im Körper "verloren gehen".
Ein Tampon wird vorsichtig mit einem sauberen Finger (oder einer Einführhilfe) in die Scheide geschoben. Am besten geht das, wenn man entspannt ist, zum Beispiel im Stehen mit einem Bein auf dem Toilettenrand oder in der Hocke. Man schiebt ihn so weit hinein, bis man ihn nicht mehr spürt. Das Rückholbändchen bleibt immer draußen hängen, damit man ihn leicht wieder herausziehen kann.
Das kann nicht passieren! Die Scheide ist kein endloser Raum. Am Ende der Scheide kommt der Muttermund (der Eingang zur Gebärmutter). Dieser ist so winzig klein wie ein Stecknadelkopf. Da passt kein Tampon und keine Tasse durch. Sie können also niemals im Körper "verloren gehen" oder nach oben rutschen. Wenn man ein Produkt mal nicht selbst herausbekommt (weil man vielleicht angespannt ist), kann eine Ärztin oder ein Arzt das immer schnell lösen. Das ist für sie Routine und überhaupt nicht schlimm.
Eine Spirale ist ein kleines, t-förmiges Kunststoffteil (oft mit etwas Kupfer oder Hormonen daran), das eine Frauenärztin direkt in die Gebärmutter einsetzt. Sie sorgt dafür, dass sich dort keine Eizelle einnisten kann. Es ist ein sehr sicheres Verhütungsmittel für erwachsene Frauen, damit sie nicht schwanger werden, wenn sie es gerade nicht wollen.
Ein Kondom ist eine dünne Schutzhülle aus elastischem Gummi (Latex). Es wird über den steifen Penis des Mannes gerollt, bevor der Sex beginnt. Es fängt die Samenzellen (Spermien) auf, damit sie nicht in die Scheide gelangen können. Zur Angst: Wenn man die richtige Größe benutzt und nach dem Sex aufpasst, wenn der Penis wieder weich wird, bleibt das Kondom nicht stecken. Sollte es doch einmal abrutschen und in der Scheide bleiben, kann man es ganz einfach mit zwei sauberen Fingern wieder herausziehen. Auch hier gilt: Es kann nirgendwo im Körper verschwinden, weil der Weg nach oben versperrt ist.
Diese Fragen verlangen ehrliche, biologisch korrekte, aber absolut jugendfreie Erklärungen.
Sex (oder Geschlechtsverkehr) ist etwas, das erwachsene Menschen tun, die sich meistens sehr lieb haben und sich ganz nah sein wollen. Dabei kuscheln sie eng und der Mann führt seinen steifen Penis in die Scheide der Frau ein. Das fühlt sich für beide sehr schön und aufregend an, weil dort viele empfindliche Nerven sind. Man macht Sex aus zwei Gründen: Erstens, weil es sich für Erwachsene schön anfühlen kann und die Liebe zueinander zeigt. Zweitens, wenn man gemeinsam ein Baby machen möchte.
Sex fühlt sich für Erwachsene sehr intensiv, warm, kribbelig und schön an. Aber es klappt nicht immer alles automatisch perfekt. Manchmal ist man müde, aufgeregt oder hat einfach keine Lust – dann klappt es nicht oder fühlt sich nicht gut an. Das Wichtigste ist, dass beide Partner es genau in dem Moment wollen und sich aufeinander verlassen können.
Die Natur hat die Aufgaben aufgeteilt. Um ein Kind zu zeugen, braucht es zwei Bausteine: Eine Eizelle (von der Frau) und eine Samenzelle (Spermium, vom Mann). Der Mann produziert in seinen Hoden Millionen winziger Spermien. Die Frau hat in ihrem Bauch die Gebärmutter – die perfekte Schutzhöhle, in der das Baby wachsen kann. Männer haben dieses Organ nicht, deshalb können sie im eigenen Bauch kein Kind austragen.
Beim Sex spritzt der Mann die Spermien mit einer Flüssigkeit in die Scheide der Frau. Die Spermien sind winzige, flinke Schwimmer mit einem kleinen Schwanz. Sie schwimmen mit ihrem kleinen Schwanz los, durch den Muttermund in die Gebärmutter und weiter in die Eileiter. Wenn dort eine Eizelle wartet, versucht das schnellste Spermium, in sie einzudringen. Wenn das klappt, verschmelzen sie. Das ist der Start für ein neues Baby.
Das Baby wächst im Bauch der Mama in einer Fruchtblase heran, die mit Fruchtwasser gefüllt ist. Weil das Baby unter Wasser noch nicht atmen oder essen kann, verbindet die Nabelschnur den Bauch des Babys mit dem Körper der Mutter (über den Mutterkuchen). Durch diese Schnur bekommt das Baby Sauerstoff und alles Essen, was es zum Wachsen braucht. Wenn das Baby geboren wird, schneidet der Arzt die Schnur durch (das tut nicht weh!). Der Rest, der übrig bleibt, ist unser Bauchnabel!
Ja, das ist sehr beeindruckend. Die befruchtete Eizelle fängt an, sich zu teilen. Aus einer Zelle werden zwei, dann vier, dann acht... und diese Zellen "wissen" genau, was sie tun müssen. Einige werden zu Herzzellen, andere zu Knochen oder Gehirnzellen. Das Baby baut seine Organe im Bauch der Mutter ganz von allein Schritt für Schritt auf. Nach etwa 9 Monaten ist alles fertig.
Wenn das Baby bereit ist, zieht sich die Gebärmutter kräftig zusammen (das nennt man Wehen). Dadurch öffnet sich der Ausgang der Gebärmutter. Das Baby wird langsam durch den Geburtskanal (die Scheide, die sich dabei ganz weit dehnen kann) nach draußen geschoben. Meistens kommt es mit dem Kopf zuerst auf die Welt.
Die Fruchtblase schützt das Baby im Bauch. Kurz vor der Geburt platzt diese Blase oft und das Fruchtwasser fließt aus der Scheide heraus. Manchmal fangen die Wehen (die Muskelbewegungen) schon vorher an, manchmal erst kurz nach dem Platzen. Das ist bei jeder Geburt unterschiedlich – mal geht es ganz schnell, mal dauert es noch viele Stunden.
Eine Geburt ist für die Mutter sehr anstrengend. Manchmal kann es durch die Erschöpfung oder die starken Schmerzen passieren, dass einer Mutter kurz schwindelig wird. Aber im Krankenhaus oder bei einer Hebamme ist immer jemand da, der gut aufpasst und hilft, dass es Mutter und Kind schnell wieder gut geht.
Nach der Geburt müssen sich die Mütter erst einmal ausruhen und kuscheln viel mit dem Neugeborenen. Das Baby muss am Anfang rund um die Uhr gefüttert (oft gestillt), gewickelt und getragen werden, weil es noch gar nichts alleine kann. Das "Herumtragen" im Arm oder im Kinderwagen macht man besonders intensiv im ersten Lebensjahr, bis das Kind laufen lernt. Aber eigentlich kuscheln und tragen Eltern ihre Kinder noch viele Jahre gern!
Diese Fragen betreffen soziale Aspekte der Sexualität, Aufklärung über Grenzen und moderne Familienbilder.
Ja, das geht! Wenn zwei Frauen (oder zwei Männer) ein Kind bekommen möchten, gibt es verschiedene Wege. Da Frauen keine Samenzellen haben, können sie sich zum Beispiel in einer Arztpraxis helfen lassen (durch eine Samenspende von einem Mann). Das Sperma wird dann medizinisch zur Eizelle der Frau gebracht. Eine andere Möglichkeit ist die Adoption: Dabei nehmen zwei Frauen (oder ein Paar, das keine eigenen Kinder bekommen kann) ein Kind bei sich auf, das neue Eltern braucht, und lieben es wie ihr eigenes.
Manchmal klappt es auf natürlichem Weg nicht, weil die Samenzellen nicht stark genug sind oder im Körper der Frau etwas nicht richtig funktioniert. Das kommt gar nicht so selten vor. Zum Glück gibt es heute spezialisierte Ärzte (Kinderwunsch-Ärzte), die Paaren mit moderner Medizin helfen können, damit es doch noch klappt.
Es gibt kein festes Alter. Mädchen gehen meistens dann das erste Mal hin, wenn sie Fragen zu ihrem Körper haben, Verhütungsmittel brauchen oder wenn sie Probleme mit ihrer Periode (wie sehr starke Schmerzen) haben. Oft ist das so mit 13 bis 15 Jahren. Man kann aber auch einfach nur für ein Beratungsgespräch hingehen, ohne dass man untersucht wird.
Ja, leider gibt es das. Jedes Kind und jeder Erwachsene hat das Recht zu bestimmen, wer ihn wo anfassen darf. Wenn jemand ein anderes Gesetz bricht und eine Person anfasst, obwohl diese das nicht will, oder unangenehme sexuelle Sprüche macht, nennt man das sexuelle Belästigung. Das ist verboten! Wenn sich etwas für dich nicht gut anfühlt, darfst du immer laut "Nein!" sagen und dir Hilfe bei einer Vertrauensperson (wie Eltern, Lehrern oder Schulsozialarbeitern) holen.
Teste dein Wissen. Fehler sind erlaubt – sie helfen beim Lernen.
Die Periode ist normal.
Sie ist weder eklig noch peinlich.
Jeder Körper hat sein Tempo.
Früher oder später bedeutet nicht besser oder schlechter.
Du darfst Hilfe holen.
Bei Fragen, Schmerzen oder Unsicherheit ist eine vertraute Person da.
Die Seite eignet sich für Einzelarbeit, Partnerarbeit oder eine gemeinsame Präsentation. Sinnvoll sind vorab vereinbarte Gesprächsregeln: sachliche Begriffe verwenden, niemanden auslachen, keine persönlichen Erfahrungen erzählen müssen und anonyme Fragen ermöglichen. Das Thema knüpft an LehrplanPLUS HSU 3/4 „Körper und Entwicklung“ an.